Radfahrer oder der Weg zur Arbeit mal aus einer anderen Sicht

Nun dauert meine Pause schon 9 Tage und es ist gar nicht so schlimm, denn ich nutze den trainingsfreien Zeitraum, um öfter mal mit dem Rad ins Büro zu fahren 30km pro Strecke, locker am Rhein auf stellenweise neuem Bodenbelag machen Spaß und befreien vom sonst herrschenden Autofahrerstress.

Duelliere ich mich ansonsten auf dem Highway mit anderen schnellen Autos, so ist das beim radeln doch komplett anders – dachte ich …, denn auf dem Radlerhighway herrschen weitaus mehr Gefahren.

Bisher habe ich vier unterschiedliche Radfahrertypen entdeckt:

Den Radfahr-Schläfer, Er zeichnet sich durch einen monotonen, ruhigen Fahrstil aus, der Ihn auch kurz vor der bevorstehenden Kollision keineswegs aus der Ruhe und auch nicht von seiner Spur bringt. Schlichtweg hab ich den Eindruck, dass Er keinerlei Wahrnehmung hat – oder einfach keine Angst. Hier heißt es, ausweichen ist Pflicht! Es nützt auch nichts, hinter Ihm zu fahren, denn jegliche Abbiege- oder Bremsabsicht erfolgt spontan und schnell.

Eine weitere Gruppe nenne ich mal den Radfahr-Tempoverweigerer, dieser beschleunigt bis auf gefühlte 11 km/h und versucht dieses Tempo auch für alle anderen Radler einzuführen, indem Er mit Sprüchen wie „Hier ist keine Rennstrecke“ seine Umwelt auf die hohe Geschwindigkeit aufmerksam macht und durch Schlenker versucht, dies auch physisch durchzusetzen. Sollte ich mich allerdings daran halten, würde sich meine morgendliche Fahrzeit von einer Stunde auf knappe drei Stunden fast verdreifachen – undenkbar.

Als dritter Radfahrertyp habe ich mir den Radfahr-Windschattenlutscher benannt, dieser ist irgendwann einfach da und zwar immer hinter Dir, wenn Du es grad gar nicht erwartest. Er verweigert penetrant ein Überhohlmanöver und hält sich selbst hinter einem geringen Windschatten auf. Allerdings macht Er jede Tempoverschärfung mit und lässt sich ähnlich einer Zecke sehr schlecht wieder loswerden.

Und zu guter letzt hab ich noch den Nimümi-Radfahrer (Niemand überholt mich), da bist Du morgens in Deiner besten Form und krallst Dir um 7h früh jeden Radler den Du kriegen kannst und dann siehst Du Ihn, den Nimümi, Er fährt vor Dir und Du schleichst Dich an, aber sobald Er Dich erspäht – ZACK biegt Er sofort in die nächste Gasse ab und wartet dort, bis Du außer Sichtweite bist. Erinnert mich irgendwie an die Tierwelt, so ne Art Tot stellen.

Solltest Du allerdings an einen Elektroradler geraten, so zieh Dich warm an, denn hier gerätst Du an eine Mischung zwischen Leistungsverweigerer gepaart mit hohem Tempowunsch. Hier nützt nur eins, Kette rechts und vorbei oder Dich auf einen vorbeifahrenden grinsenden, nicht schwitzenden Gefährten einstellen.

Wenn ich also diese Radfahrer erlebe und dazu noch Fußgänger, die ich gerne noch in weitaus mehr Gruppen eingeordnet würde, dann sehe ich die Autofahrer gar nicht mehr so schlimm.

Immer eine Frage des Standpunktes 🙂

Ein Gedanke zu “Radfahrer oder der Weg zur Arbeit mal aus einer anderen Sicht

  1. Hannibal

    Nicht Schlecht. Kann ich gut nachvollziehen.

    Allerdings hätte ich da auch ne Gruppe: Der möchtegern Radprofi.
    Der mit gefühlten 65km/h dahinbrettert. Meist auf der Fahrbahn, aber auch auf dem Radweg. Er hält sein Tempo konstant hoch und sagt, ist doch nur gemütliches fahren. Er überholt mit kaum Abstand norm. Radfahrer, daß man fast vom Luftzug umgerissen wird und schießt auch bei viel Radverkehr mit vollem tempo durch die Menge, anstatt mal abzubremsen, und die Situation abzuwarten.
    Ach ja, und den Sinn einer Roten Ampel kennt er auch nicht. Genau so wie die meisten Radfahrer.

    so, daß musste jetzt mal sein. ;D

    Gruß ein „ich-fall-wenigstens-nicht-mehr-vom-Rad“ fahrer 😀

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