Die ersten Tage im Zelt – Erdbeben in Chile


Nachdem wir nun zwei Tage in den Bergen von San José de Maipo unterwegs waren, haben wir erst jetzt von dem Ausmaß des Erdbebens, dessen Epizentrum ca. 230 Kilometer von uns entfernt war, erfahren. Es handelte sich um das stärkste Erdbeben in der Geschichte Chile’s mit einer Stärke von 8,5 auf der Richterskala sowie noch weiteren starken Nachbeben. Als wir am Mittwoch Abend unser Zelt auf 1.800 Meter aufstellen, bebte plötzlich der Boden mit solch gewaltigen Wellen, dass am Berghang vor uns Steine herunter brachen. Der Boden schwing deutlich hin und her, es war unglaublich und Glücklicherweise hatten wir unser Zelt etwas weiter weg vom Gipfel platziert. Trotzdem überlegten wir kurz, den Berg zu verlassen, schließlich waren wir alleine oben, keiner wusste von unserem Standort und Funknetz hatten wir auch nicht. wir blieben trotzdem, denn ein Abstieg bei Dunkelheit war keine gute Alternative. In der Nacht spürten wir dann noch die weiteren Beben. Allerdings waren wir der Meinung, dass diese in der Gegend hier normal seien. Erst heute, nachdem wir wieder Funkverbindung haben, erreichten uns einige sorgenvolle Nachfragen. Es geht uns gut, wir sind nun in Santiago de Chile angekommen. Allerdings hat es Valparaiso (unserem letzten Aufenthaltsort) und das 10 Kilometer entfernte Concon wohl mit einer Tsunami-Welle, ausgelöst durch das Beben, erwischt.‎

Nachdem 2011 bei unserer Süd Amerika Reise 30 Kilometer von uns entfernt ein chilenischer Vulkan ausbrach, wir 2014 auf Hawaii vor dem Orkan flüchten mussten und einige weitere Naturereignisse unsere Reisen beeinflussten, bin ich mir sicher, dass die Katastrophen auf der Erde zugenommen haben.

In den letzten Tagen mussten wir einige Male unsere Komfortzone verlassen. Die Temperaturen sanken plötzlich, so dass diese nachts unterhalb des Gefrierpunktes lagen, im Zelt zum Glück kein Problem. Wir empfinden die Bedingungen in den Bergen hier teils als lebensfeindlich und sind gespannt, was uns auf über 4.000 Meter Höhe erwartet.

Unser bisheriges Fazit: „Hier wird man eher mit Stufe 1 der Maslowschen Bedürfnispyramide konfrontiert, dessen Stufe 1 ‚Grundbedürfnisse‘ und Stufe 5 ‚Selbstverwirklichung‘ bedeutet, als bei uns. Auch die Sensibilität gegenüber der Natur, zB Naturschutz ist lange nicht so weit verbreitet. Die Anden jedoch sind faszinierend.

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