64 km Trail run Australia Bogong2Hotham

What the bloody hell was that for an epic run in Australia?

The answer is Bogong2Hotham!

Auf Anraten von Moritz (einer der heftigsten Trailrunner, den ich kenne) hatte ich mich zum 32. Bogong2Hotham Trail run angemeldet. Ein 64 Km Traillauf mit 3.500 Hm uphill und 2.550 Hm downhill im Victoria National Park, etwa 400 km nord/östlich von Melbourne.

Ein Kultrun in Australien, der es in sich haben sollte, dementsprechend sahen die Teilnehmer auch aus und gemeinsam fanden sich die Täter zum sehr intensiven race briefing am Startort Mount Beauty ein.

Eine unmarkierte Strecke quer durch die Berge mit knietiefer Flussdurchquerung und einem sehr ambitionierten Streckenbeginn, dass uns mit knapp 1.400 Höhenmeter auf den ersten 8 Kilometern auf die Strecke einstimmen sollte.

Es erfolgte noch eine kurze Einweisung zum Schlangenbiss-Tape, ziemlich vielen Notrufnummern (auch wenn die Hälfte der Strecke gar keine Netzabdeckung haben sollte) und einer sehr strengen Kontrolle über die Ausrüstung, die im Laufrucksack mitzuführen war und inkl. Wasser gute 3,5 kg auf die Waage brachte.

Neuland war das Schlangen-Kompressionstape samt Einweisung  zum Abbinden sowie die Anweisung bei Notdurft seinen Rucksack auf den Weg zu legen, damit bei man bei einem evtl. erfolgten Biss schneller gefunden wird oder aber der Kontrollläufer am Ende Bescheid weiß.

Bei „heavy weather” conditions 4.000 Kilojoules an Nahrung mehr mitzuführen, hab ich so auch noch nicht erlebt sowie der geforderte mechanische Kompass mit Kartenmaterial und zusätzlich der digitalen Version auf dem Smartphone (dessen Funktion sogar auch geprüft wurde). Der Veranstalter war definitiv an unserer Sicherheit interessiert und untermauert dies alles noch mit dem Satz „INADEQUATE GEAR = NO START = NO EXCEPTIONS“.

Das Wetter war hier wie üblich sehr wechselhaft, so war es zwei Tage vor dem Start noch 43 Grad heiß und am Tag danach nur noch 17 Grad. Nachdem am Renntag alle Teilnehmer einzeln aufgerufen wurden, erfolgte unspektakulär, ohne großes Tamtam oder Countdown der Start am Fuße des Berges um sechs Uhr.

Vom Start weg ging es direkt in den Berg und zu Beginn noch um die Bäche herum. Irgendwie hatte ich mit breiteren Wegen gerechnet, da es ja nur bis knapp Zweitausend Meter hoch ging und irgendwie hatte ich auch vergessen, wie hilfreich Trail Stöcke am Berg sind und dass meine nun dummerweise grad in Bonn liegen. Mit steinigen, schmalen Trails, die mit langen faserigen Eukalyptus Rinde Stücken immer wieder als Stolperfallen dienten, hatte ich auch nicht gerechnet. Trotzdem dieser Lauf zum 32.Mal stattfindet, fand ich im Vorfeld kaum Rennberichte darüber.

Eukalyptusduft zog sich durch den gesamten Lauf und es duftete, als wenn man eine Flasche Erkältungsbad öffnet, wahnsinnig intensiv. Die Trails waren so abgelegen, dass einige Helfer mit dem Zelt tags zuvor aufgestiegen waren, um rechtzeitig und vor uns am jeweiligen Kontrollpunkt zu sein um über Funk unsere Position zu übermittelten.

Im ersten Tal erwartete uns ein reißender Bach, der knietief zu durchqueren war. Es dauerte den ganzen weiteren Anstieg, bis die Füße wieder trocken waren und noch länger, damit meine Einlegesohle wieder faltenfrei war.

Bei Kilometer 35 schaute ich das erste Mal auf meine Gesamtzeit mit 4:50 Stunden auf der Uhr und wusste nicht, ob ich mich über die den größten Anteil der Höhenmetern freuen sollte. Ich war schon ziemlich „cooked“ wie der Aussie so sagt und noch knappe dreißig lagen vor mir. An dem Punkt gab es auch eine Random Control, bei der jeder TN zwei zufällig ausgewählte Gegenstände der Packliste vorzeigen musste, quasi eine Schummelkontrolle, die bei fehlendem Teil mit einer Disqualifikation geendet hätte.

Apropos Verpflegungsstellen, es gab quasi keine! Eine Handvoll Stellen an denen es lediglich Wasser und viertel Orangenstücken gab, kein Gel, keine Riegel, keine Energie. Weil mir das im Vorfeld nicht klar war und ich von europäischen Verhältnissen ausgegangen bin, hatte ich ganze vier! Gels dabei – für 64 Kilometer! Das Zeug war natürlich schnell weg und ich war leer.

Der Körper kann ja bekanntlich ziemlich viel wegstecken, wenn der Kopf „ja“ sagt und so musste es auch ohne Nahrung funktionieren. Die Trails wurden schmaler, die Sonne brannte gnadenlos und die letzten drei Stunden gab es auch keinen Schatten mehr. Nachdem ich zwischenzeitlich fast eine Stunde für vier Kilometer brauchte, weil es kaum mehr laufbar war, hatte ich auch aufgehört mir irgendeine Zielzeit errechnen zu wollen. Ich wusste ja nicht, was noch kam?! Von hinten lief ein ausgewanderter Schweizer heran, der für etwas Abwechslung sorgte, ansonsten sah man sich kaum auf der Strecke, jeder steckte irgendwo im nirgendwo.

Bei Kilometer 52 und etwa sieben Stunden im Rennen freute ich mich auf die eigentlich mal kalkulierte „letzte“ Stunde. Das war wohl nichts, ich brauchte dann noch etwas mehr als zwei davon, da auch noch ein Tal zu queren war.

Zwischendurch wurden wir noch von den 35 er Läufern überholt, die sich für die „kurze“ Strecke entschieden, zum Glück aber farblich markiert waren, damit es für uns nicht ganz so frustrierend war, überholt zu werden.

Ich hatte keine Ahnung, wie sich neun Stunden Trail running anfühlten, denn ich bin noch nie so lange gerannt. Aber irgendwann endlich sah ich den Mount Hotham und auf meiner Uhr stand eine neun davor!

Im Ziel empfing mich ein zwei Mann Zielkomitee mit banner. Als ich gerade und endlich anhalten wollte, zeigte mir der Race Direktor den höchsten Felsen dort, den ich noch berühren musste. Erst dann waren 64 Kilometer geschafft und es war 9:12:35 Stunden später, als noch am Start und ich mit Platz 19 im Ziel.

Ich stand also im Ziel und hatte mich schon seit Stunden wenigstens auf die Ziel-Verpflegung gefreut. Anscheinend etwas zu früh, denn außer Wasser und den bekannten viertel Orangenstücken gab es jetzt „on top“ nur noch etwas Schokolade dazu …

Egal! Bogong2Hotham hab ich gerockt, in etwa der Zeit eines Ironman bin ich gelaufen.

Der Körper unser Wunderwerk kann fast alles, wenn der Wille stark genug ist! Das zeigt dieser Sport immer wieder auf eindrucksvolle Weise und zwei Tage später ist normales gehen schon fast wieder möglich und ich hab auch irgendwie schon wieder Lust auf Bewegung.

Great Ocean Road mit dem Tandem

Anfang 2018 kam uns die Idee, die Great Ocean Road an der Südwestküste Victorias in Australien, einer der schönsten Küstenstraßen der Welt zu fahren – und zwar nicht mit dem Auto sondern dem Tandem.

Verschiedene Touren in Bonn und zehn Tage Mallorca mit Klickpedalen nutzt wir als Vorbereitung und es erwies sich als echt schwierig, überhaupt an ein Miettandem zu kommen, was halbwegs im guten Zustand war. So verbrachte ich viele Ausfahrten mehr mit Schrauben als pedalieren. Ein Tandem von Deutschland aus in Australien zu besorgen, war die nächste Herausforderung. Übers Internet wurde ich bei James in Melbourne fündig, der uns ein Tandem mit Gepäcktaschen verlieh. Wir montierten unsere mitgebrachten Sattel und nahmen noch weniger mit als geplant.

Mit begrenztem Platz kam nur Minimalausrüstung in Frage und natürlich dem Hilleberg Niak Ultra leicht Zelt mit 1,1 kg Gesamtgewicht (3 Minuten Aufbau und ernsthaft wetterfest) – das beste Zelt, dass ich hatte.

Das Zelt hatten wir in der Zeit davor in Tasmanien schon ausgiebig genutzt und im Siebengebirge zu Hause getestet- Never use new equipment in a race!

Die erste Nacht vor unserem Start fanden wir über „warmshowers“ (eine weltweite Plattform für Radfahrer, die sich gegenseitig kostenfrei übernachten lassen) eine gute Unterkunft. Trish, unser Host plante grad Ihre vier Monate Japan Radreise und hatte Spass daran, zu hosten und Storys mit anderen zu teilen. Selbst hatten wir ein paar Wochen zuvor einen über 70 jährigen US Amerikaner bei uns eine Nacht wohnen lassen, der mit seinem Rad Europa durchquerte. Wir bekochten Ihn und schickten Ihn einen Tag später auf die Strecke. Tolle Plattform, ähnlich wie Couchsurfing jedoch von und für Radfahrer.

Als erste Etappe ging es von Warrnambool immer entlang der B100 (Great Ocean Road) Richtung Osten.

Tandem fahren hat mit Rennrad wenig gemeinsam, außer treten. Durch das hohe Gesamtgewicht von zwei Fahrern plus Gepäck und einem Stahlrahmen ist die Spritzigkeit dahin und leichte Hügel lassen sich nicht wegdrücken, wie ich es vom Rennrad gewohnt bin. So heißt es an jedem Berg, „gear down“ und langsam hoch, Bergab und auf der Geraden lief es geschmeidig flott.

Kommunikation ist auf dem Tandem alles, ob schalten, bremsen, Kurve, Schlagloch, auf-/absteigen,… Pilot und Stoker müssen ständig den gleichen Wissensstand haben.

Der erste Tag lief mit knapp Hundert Kilometern und vielen Stops am Meer entlang echt gut, es war mit über dreißig Grad richtig heiß. Am berühmten 12 Apostel war die Hölle los und so suchten wir unseren Platz für die Nacht ein paar Kilometer weiter und schafften es grad noch vor dem Regen aufzubauen. Die ganze Nacht regnete es durch und am nächsten Tag war es kühl, nass und wir hatten den ganzen Tag nur Höhenmeter vor uns. Out of food und electric power (Blöd, wenn eine Powerbank nicht ausreicht) fanden wir endlich ein Food Store und deckten uns ordentlich ein. Der Tag war wirklich hart für uns, aber wir mussten weiter und der sechs Kilometer lange Sandweg nur aus Querrillen bestehend setzte noch einen drauf. Warum nur gab es kaum Radfahrer und schon gar kein Tandem auf dieser Strecke? Zeltplätze erwecken in mir eine große Abneigung, wenn schon Zelt, dann wild und in der Natur, aber wir hatten keine Wahl.

Zweifel kamen auf und mitten im Nirgendwo fanden wir plötzlich einen „wild Camping spot“. Eine Art Campingplatz mitten im Busch. Natürlich waren wir die Exoten mit dem Rad – die Mehrzahl hatte Ihr Zeltdach auf dem Geländewagen aufgeklappt und saßen schon mit nem Bier davor. Hier in Australien hat gefühlt jedes dritte Fahrzeug ein Zeltdach installiert um in der Wildnis zu schlafen, Hotels sind ja meist auch langweilig.

Irgendwie war das nicht unser Tag und ich erkundete die Gegend als plötzlich neben mir aus den Eukalyptusbäumen Geräusche kamen. Koalas!!! Direkt neben unserem Zelt und auch noch aktiv – vier Koalas saßen nicht nur schlafend dort, sondern kletterten herum. Welch eine Wendung des Tages – als dann kurz vor Sonnenuntergang noch mindestens fünfzig Kakadus und Papageien eine Mega Flug- und Soundshow über dem Platz ablieferten, war alles vergessen. Was ein Glück hier zu sein. Am nächsten Morgen übrigens das gleiche laute Spektakel der Vögel weit vor sechs Uhr.

Am dritten Tag wollten wir es schlauer angehen und frühzeitiger einen Platz fürs Zelt suchen. Das war wirklich schwierig, zwar gibt es genug Platz, aber wenig unbewachsene Fläche. Außerdem wollten wir nicht direkt im Busch aufschlagen, der giftigen Schlangen wegen. Die ersten zwei Stunden schafften wir mit dem Bike sagenhafte dreißig Kilometer mit knapp 800 Höhenmetern auf größtenteils Sandweg mit Rillen.

Bereits am ersten Berg wollte die Scheibenbremse mal kurz zerlegt werden, weil sie sich festgesetzt hatte und die Bremsleistung dramatisch abnahm – das Bike entsprach wirklich nicht meinem Qualitätsanspruch. Sicherheitshalber hatte ich aus den Erfahrungen der geliehenen Tandem bikes zuvor mein eigenes Werkzeug und Kabelbinder dabei.

Abends fanden wir einen richtig schönen Platz, zehn Meter vom Meer entfernt. Mit Meeresrauschen einschlafen ist so ziemlich das Schönste was ich mir an Geräuschen vorstellen kann.

Wir kamen mal wieder mit ein paar locals ins Gespräch, was die Sache abrundete.

Am letzten Tag der Tour erwartete uns der schönste Streckenabschnitt, die ersten 64 Kilometer führten direkt am Meer entlang auf der Strasse mit Sonne! Soviele Postkartenmotive lassen sich kaum aufsaugen und mit einem guten Kaffee am Morgen und einem frischen Fisch mittags kamen wir dann nach knapp neunzig Kilometern am open water Pool in Geelong an und sprangen erstmal ins Meer, das war unser Silvestertag.

310 Kilometer und 3.3000 Höhenmeter klingen nicht viel, mit Tandem und Zelt war es ein wirkliches Erlebnis und echt anstrengend – eine tolle Alternative zum Auto.

Jetzt sind es noch vier Tage bis zum Bogong2Hotham run.

Unberührte Natur in Tasmanien

Nach genau 40 Stunden Reisezeit haben wir unsere erste Unterkunft in Hobart in Tasmanien erreicht, Luftlinie sind es genau 16.915 Kilometer entfernt von Bonn. Zwei Mal 11 Stunden Flug über Shanghai und dann noch ein kurzer Flug sind dann schon eine halbe Weltreise.

Die sechs Stunden Stopover in Shanghai haben wir prima genutzt, um mit dem Maglev (Transrapid, Deutsche Ingenieurskunst die bei uns leider nicht, in China jedoch sehr wohl funktioniert) zeitweise mit Tempo 430km/h vom Flughafen in die City zu fahren, um die Skyline von Pudong zu bewundern und anschließend in einem foodcourt zu essen – lohnt sich.

Die ersten Tage war akklimatisieren mit einer Unterkunft privat über Airbnb und ein paar Trail Run Einheiten hoch zum Mount Wellington (1.250m) angesagt. Stefan unser Airbnb host kam ursprünglich als Antarktis Forscher nach Tasmanien und hat sich nun hier niedergelassen. Er lebt fast Müll frei und baut vieles selbst an. Wir wurden sogar bekocht und zum Abschied backte Er uns noch eine Linzer Torte.

Tasmanien zeichnet sich vor allem durch sein wechselhaftes Klima und die unglaublich saubere Luft aus. An einem Tag hatten wir 14 am nächsten plötzlich 33 Grad, gefolgt von Nass und kalt und im nächsten Moment Sonne und Strandwetter.

In Tasmanien sowie auch die Teile von Australien die wir letztes Mal bereist haben, fanden wir an quasi jeder Ecke und Stränden öffentliche Einrichtungen wie BBQ Grill, Toiletten, Duschen und Trinkwasserstationen. Im Gegensatz zu D sind diese Einrichtungen richtig gut gepflegt, sauber und mit Verstand gebaut. So wünschte ich mir das auch für uns. Hat sicher auch damit zu tun, dass jeder Nutzer sorgsam damit umgeht.

Zwei Tage zelteten wir direkt mit etwa zehn Meter Abstand zum Meer. Wild Zelten ist überall erlaubt, wo es nicht explizit verboten ist. Und mit der Brandung vom Meer einzuschlafen ist einfach unbezahlbar. Unsere chinesischen Freunde (eigentlich Deutsche, die aber schon seit sieben Jahren in Beijing leben), die wir meistens auf Lanzarote treffen und auch schon zweimal in China besuchten, trafen wir auch noch und wanderten gemeinsam durch den Freycinet Park im Osten. Danach zog es uns in den wilden Westen, der durch Dschungel und rauher Natur das komplette Gegenteil vom Osten ist. Mit gepacktem Rucksack, dem neuen unglaublich leichtem Lightweight Zelt von (Hilleberg 1,1 kg und Mega zu empfehlen) ging es zwei Tage durch den Nationalpark. Das Zelt stand nach fünf Minuten und außer Tieren, Natur und uns war hier nichts. Mit Tiergeräuschen einschlafen und aufwachen ist gigantisch, frühes Aufwachen durch Tierstimmen inklusive.

Für mein bevorstehendes trail Rennen (Bogong2Hotham) mit 64 km und jeder Menge Höhenmetern in den Bergen von Melbourne benötige ich gemäß Veranstalter noch das extra feste Schlangenbiss tape. In Deutschland nicht zu kriegen, bekam ich hier in Tasmanien „made in Germany“ ?!? … die Welt ist ein Dorf und nicht immer logisch.

Fazit zu Tasmanien, natürliche Landschaft, wilder Dschungel, saubere Luft und sehr wechselhaftes Wetter – unbedingt eine Reise Wert, vor allem mit dem Zelt und irgendwie für uns am Ende der Welt und auch nur 2.500km entfernt von der Antarktis (nächstes Mal😉).

Washington 10 k run

Karneval mal anders oder eine berufliche Reise mit einem sportlichen Ereignis kombinieren. Da ich beruflich in Washington D.C. war, nutzte ich die Gelegenheit, dass die Amerikaner am 11.11.18 Ihren Veterans day feierten und dem zu Ehren am Lincoln Memorial (circa 1,6 Km vom weißen Haus entfernt) den Veteransday 10 Kilometer Lauf veranstalteten.

Knapp 2.000 Starter standen bei sehr frischen 2 °C um 8 Uhr am Sonntag Morgen wie fest ge-tackert mit Hand zum Herzen am Start, während eine Sängerin die amerikanische Nationalhymne sang. Schönes Ereignis. Ich lief als 2. in der AK (40-49) mit einer nicht so guten hohen 35 Minuten ein und wurde damit Platz 23 gesamt. Ich hatte jedoch auch nichts anderes erwartet, eine Woche nur Sitzungen und die Luft in und um Washington D.C. ist nicht sonderlich gut.

Beim späteren Besuch vor dem weißen Haus ließ sich Herr Trump auch leider nicht blicken…

Lauftip: Wer in Washington D.C. oder Umgebung rennen oder Radfahren will, sollte sich mal den W&OD (Washington & Old Dominion Railroad Trail) ansehen. Eine 72 km lange und 30 Meter breite alte Bahntrasse ohne Schienen, die quer durch dicht besiedelte Städte führt und sich ideal zum radfahren, laufen und Reiten eignet (asphaltierter Pfad mit parallelem Kies-bett). Es ist der ungewöhnlichst geformte Nationalpark in Northern Virginia und Kerzengerade.

Mallorca mit dem Tandem

Wie lässt sich zu zweit Radfahren, so dass jeder seine individuelle Leistung auf das Pedal bringen kann somit keiner aus dem Windschatten fällt und man viel Spaß hat?

Tandem heißt die Lösung!

Ein Rennrad Tandem auf Mallorca zu finden, war unmöglich, also mieteten wir eins von drei Trekking Tandem, die es auf der Insel gab. Mit eigenem Sattel und Pedalen bestückt, empfingen wir das Bike und mussten prompt erstmal selbst die Schaltung einstellen. Die Mechaniker dort waren zwar sehr freundlich, aber hatten keine große Erfahrung.

In Vorausschau auf unsere Tandem Tour im Dezember in Australien war es eine gute Gelegenheit zusammen ein paar richtig schöne Strecken zu fahren, die ich sonst nur auf dem Rennrad fuhr und dabei unser Zusammenspiel auf dem Rad zu verfeinern.

Ein paar Besonderheiten beim Tandem gibt es natürlich.

Begrifflichkeit: Vorne sitzt der Pilot und dahinter der wichtige Stoker, dessen Hauptaufgabe ist es, Kraft auf die Pedale zu geben. Es gibt zwar einen Freilauf, jedoch sind beide Kurbelgarnituren starr miteinander verbunden, also kann sich keiner alleine ausruhen und beide müssen die selbe Trittfrequenz pedalieren. Beim aufsteigen und gemeinsam in die Klickpedalen kommen wird es tricky, bei unserem Gespann hat sich Gisa hinten komplett ein-ge-klickt und ich war vorne mit einem Fuß im Pedal. Beim Kommando hat Gisa los pedaliert und mit dem Schwung konnte ich dann mit dem anderen Fuß ins Pedal rein.

Für etwaige kleinere Notsituationen wie zB am steilen Berg absteigen, weil die Kette abspringt (uns zweimal passiert auf dem Weg zum Cap Formentor), sollte man sich vorher abgesprochenen haben, zu welcher Seite ausklicken und absteigen. Denn wenn das nicht klappt, gibt es aua – wir hatten das im Vorfeld geklärt.

Leider hatten wir mit der Übersetzung bei unserem Trekking Tandem mit dessen maximalen 42/11 im Vergleich zum Rennrad auf Bergabpassagen wenig Möglichkeit noch an Geschwindigkeit zuzulegen und selbst auf der Geraden waren wir zu oft am Anschlag. Die Mechaniker hatten jedoch wenigstens eine andere Kassette. Mit gut 70 Sachen zu zweit auf dem Bike bergab macht das dann trotzdem Laune.

Es lässt sich auf wunderbar unterwegs unterhalten, bei einem fixierten Abstand zum Hintermann.

Ein Vorteil bei Regenfahrten ist übrigens, dass der Vordermann keinen nassen Hintern kriegt, denn die Nässe der Straße fängt der Hintermann komplett ab. Dafür ist dieser nicht dem Wind ausgesetzt, sondern fährt ständig im Windschatten. Die unterwegs Verpflegung durch tragende Feigenbäume war der hit, anhalten, Feigen pflücken und weiter. Mit Andi Dreitz (Platz 13 auf hawaii dieses Jahr) der sich hier auf sein nächstes Rennen vorbereitet, konnten wir zusammen eine längere Laufeinheit machen (im strömenden Regen trainiert es sich leichter zusammen) und einen Tag später das Rennen der Super League Triathlon auf Mallorca live ansehen.

Auch wenn das Wetter nicht immer unser Freund war, konnten wir ein paar gute und mit vier Stunden auch längere Touren machen.

 

Amsterdam Marathon 2018

Köln – Erkältung – Amsterdam

Nachdem wir beim diesjährigen Düsseldorf Marathon den Titel „Deutscher Meister“ der AK 40/45  für unseren LAZ-Puma Rhein-Sieg Verein einfahren konnten, wollte ich dieses Jahr nochmal einen zweiten schnellen laufen.

Zum X-ten Mal hab ich das Training nach Peter Greif auf den Köln Marathon vorbereitet. Wer die Pläne von Peter Greif kennt, weiß um die vielen Umfänge mit 2-3 mal Tempo pro Woche. Mein Körper macht da eigentlich immer alles gut mit und die Resultate im Training waren durchaus gut. Leider kam mir dann doch zwei Wochen vorher eine Bronchitis sehr ungelegen. Also musste ich das Training aussetzen und den Start kurzfristig absagen. Auf der Suche nach Plan B fiel mir dann der zwei Wochen später stattfindende Marathon in Amsterdam ein, der bereits schon mal auf meiner Liste stand. Mit etwas Glück bekam ich noch einen Startplatz und konnte mich noch im schnellen Startfeld „white field < 2:40 Zielzeit“ rein bringen.

Der Start im Olympiastadion in Amsterdam vor einer tobenden Zuschauerkulisse mit 16.000 Startern war wirklich außergewöhnlich. Nach den ersten typischen Platzrangelleien hatte ich nach fünf Kilometern eine vielversprechende Gruppe gefunden, in der ich bis Kilometer 17 mitlaufen konnte. Ab da fingen dann die Probleme an und ich konnte das Tempo aus unerklärlichen Gründen nicht mehr halten. Also war ich auf mich allein gestellt, das Rennen irgendwie zu gestallten. Gefühlt bin ich nur noch ge-joggt und wurde von allen überholt, trotzdem war es natürlich keine Option aus-zusteigen. Die zweite Hälfte des Marathon war wirklich zäh und ich schaffte es nicht mehr, einen schnellen Schritt zu laufen. Ich hatte auch keine muskulären Probleme, „nur“ das Tempo konnte ich nicht mehr hoch halten.

So kam ich dann ins Olympiastadion nach 2:52:18 Stunden ins Ziel, leider 13 Minuten später als geplant und zehn Minuten später als im April, aber dennoch ins Ziel. Trotzdem war die Stimmung großartig und ich hab mich über meine Medaille und die Tatsache, ein schlechtes Rennen zu Ende gebracht zu haben, wirklich gefreut.

Dabei hatte ich mir im Vorfeld einen ordentlichen Muskelkater mit neuer Bestzeit gewünscht, Beides blieb aus, so dass ich nach dem Marathon normal auslaufen konnte. Auch einen Tag später spürte ich keinen Schmerz und bin ganz normal mit dem Fahrrad ins Büro gefahren.

Fazit: Nicht jedes Rennen kann optimal laufen und ein Marathon bleibt ein Marathon, eben nicht kalkulierbar. Das ist Sport, gehört dazu und wertet die guten Rennen deutlich auf.

 

 

Gesamtsieg Drei-Ämter-Lauf Cup 2018

Die Bundeswehr veranstaltet seit vielen Jahren drei Läufe in der Region Bonn, Köln zu denen diverse Dienststellen wie Polizei, Bundesgrenzschutz aber auch Zivilisten eingeladen werden. Die Organisation und Durchführung sind TipTop und die ersten Beiden Läufe in der Luftwaffenkaserne (10 Km) sowie im Bundesverteidigungsministerium (11,5 Km) konnte ich gewinnen, letzteren sogar mit Streckenrekord.

Beim abschließenden Lauf für die Drei-Ämter-Lauf Cupwertung, der in Köln im Amt für Heeresentwicklung stattfand, stieß ich mal wieder auf meinen Vereinskollegen Dirk Breunung mit dem ich auch beim Düsseldorf Marathon im Team war. Wir befinden uns beide momentan in der Köln Marathonvorbereitung und mussten diesen Lauf aus dem vollen Training heraus gestalten. Vom Start an führte ich bis Kilometer 9,8 und war mir meines Abstandes ziemlich sicher, da ich Dirk hinter mir nicht sehen konnte (irgendwann überrundeten wir und es wurde unübersichtlich). Kurz vor dem Ziel war ich völlig überrascht als Dirk plötzlich wie ein D-Zug von hinten ankam. Ich versuchte noch dagegen zu halten aber 100 Meter vor dem Anstieg überholte Er, als gäbe es keinen Morgen. So bleib mir nur Platz zwei – aber immerhin blieb der Sieg im LAZ Puma Rhein-Sieg Verein.

Mit den zwei Siegen und dem zweiten Platz konnte ich mir den Gesamtsieg über die drei Läufe um den Drei-Ämter-Lauf Cup sichern und wie jedes Mal gab es eine sehr feierliche Siegerehrung durch die Bundeswehr.

Übrigens: Wer die Struktur der Bundeswehr etwas kennt, weiß dass dort alles geregelt ist. Laufen wird in der Ausschreibung wie folgt definiert:

„Laufen definiert sich hier als schnelles Fortbewegen, so dass sich kurzzeitig beide Sohlen vom Boden lösen (DSA – Prüfungswegweiser 2018 – Nr. 6.1.2). Gehen ist gestattet“.

 

Sieg beim 7. Beueler Teamlauf

Mit einem neuen Streckenrekord hat unser Team des LAZ Puma Rhein-Sieg am 21.06.2018 den 7. Beueler Teamlauf gewonnen. Das Quintett Dirk Breuning, René Göldner, Dennis Klusmann, Nelson Penedo und Wilke Rohde lief in 33:25 min. eine neue Bestzeit. Das Zweitplatzierte Team vom SSF Bonn hatte 1:30 Minute Rückstand auf die Sieger. Insgesamt sind 77 Teams bei guten äußeren Bedingungen in der Bonn-Beueler Rheinaue an den Start gegangen.

Unser Team war so homogen aufgestellt, dass während des gesamten Laufen ein ständiges Rotieren (die Radfahrer bezeichnen es als „Belgischer Kreisel“) möglich war, um das Tempo konstant hoch zu halten. Selbst als Nelson einen kurzen Zwischenstopp aufgrund eines offenen Schnürsenkel (sollte nicht passieren, ist es aber), einlegen musste, konnte Er die Gruppe wieder einholen, die in der Zwischenzeit etwas an Tempo herausgenommen hat, um Ihm den Anschluss zu ermöglichen. Obwohl es für die Wertung lediglich vier Läufer ins Ziel schaffen mussten, konnten wir uns alle durchbringen – ohne Zeitverlust. Es war der absolute Hammer.

Hier zählte unsere Teamleistung mehr als der Gesamtsieg – darüber waren sich alle einig!

 

Sieg beim Kottenforstlauf vor Bonn Triathlon

Eine Woche, zwei Rennen, es läuft!

Nachdem mich eine Wadenzerrung zu einer vierwöchigen Laufpause gezwungen hat, habe ich Triathlon typisch die beiden anderen Disziplinen hochgeschraubt und zusätzlich mit Aquajogging die Laufform versucht zu halten. Letzte Woche stand dann mit dem Kottenforstlauf das zweite Rennen vom Drei-Ämter-Laufcup in Bonn an, bei dem ich unbedingt an den Start gehen wollte, da ich den ersten Lauf schon gewinnen konnte. Die Unsicherheit meiner Laufform und drei Tage vor Bonn Triathlon war ich sehr happy, über den Gesamtsieg über die 11,5 Kilometer – mit Streckenrekord.

Dicht hinter mir lief mein Teamkollege vom Düsseldorf Marathon, Dirk Breunung ein. Die Siegerehrung in der Hardtberg Kaserne hat Ihren Namen verdient und bei Grillfleisch und gutem Wetter war es mal wieder ein tolles Ereignis. Auch Sarah Velder aus unserem LAZ Puma Rhein-Sieg Team konnte Ihren zweiten Sieg auch mit Streckenrekord einfahren.

Drei Tage später ging es dann beim Bonn Triathlon an den Start. Dieses Jahr ausnahmsweise nicht für unsere SSF-Bonn Liga Mannschaft, sondern für die Kinder Hilfsorganisation Bunterkreis, für die ich regelmäßig und sehr gerne starte.

Insgesamt meine 11. Teilnahme beim Bonn Triathlon seit 2005 und wie immer eine professionelle Veranstaltung mit 1.100 Teilnehmern. Der Schwimmauftakt im Rhein war natürlich wieder spektakulär und glücklicherweise auch ohne Bojenkontakt, was mir 2014 nicht gelungen ist. Damals rammte ich die rote Boje in der Rheinmitte und hatte mit der Brustprellung ein paar Wochen „Spaß“. Diesmal fand ich eine gute Strömungslinie und stieg in wirklich guter Zeit aus dem Rhein. Mit Start-Nr. 15 war ich top motiviert und konnte die Platzierung noch bis Rad-KM 30 halten, bis mich dann eine circa sieben Köpfige Ligatruppe schluckte! Mir fehlte an dem Tag der Raddruck. Trotzdem konnte ich mir auf den abschließenden 15 Laufkilometern noch einige greifen und das machte so richtig Spaß. So stand am Ende die Gesamtplatzierung 25 und 3. meiner Altersklasse. Ich bin zufrieden und echt glücklich, dass die Wade zwei Rennen in einer Woche verkraftet hat. Die Verletzung scheint damit passé.


Warum es Sinn macht, diese Organisation mit einer Spende zu unterstützen: BunterKreis Rheinland, Mit Respekt und Engagement unterstützen wir chronisch-, krebs- und schwer-kranke Kinder und Jugendliche sowie Frühgeborene und ihre Familien damit das Leben gelingt. Wir haben die Vision, Familien auf ihrem veränderten Lebensweg zu stärken.


Unterwegs mit „Hand Built“ Laufrädern von Rolf Prima

Vor ein paar Wochen habe ich auf der Cyclingworld Fachmesse die Laufräder von Rolf Prima entdeckt und dessen geringe Speichen Anzahl sowie besonders die rote Beschichtung stachen mir sofort ins Auge. Unkompliziert war der Kontakt zum Deutschland Importeur Oliver Nekola hergestellt und nun freue ich mich sehr über die Zusammenarbeit mit Rolf Prima Wheels.

Als Maschinenbau Ingenieur habe ich meist einen anderen Blick auf die Bauteile und besonders Verarbeitungsdetails interessieren mich. Ich war sofort begeistert!  Qualität und Individualisierung stehen bei Rolf Prima Laufrädern augenscheinlich ganz weit oben.

Diese besonderen Laufräder werden unter hohen Qualitätsanforderungen in Handarbeit gebaut und nach Kundenwunsch mit einer besonders abriebfesten Keramik-basierten Beschichtung in viele Farben versehen. Diese Qualitätsgüte hätte ich von einem US amerikanischen Unternehmen nicht erwartet.

Das Modell Vigor ist einer der schnellsten Alu Laufradsätze mit 32 mm Aero-Profil und wird handgefertigt in Oregon (USA), kommt mit 5 Jahren Garantie und Live-time Crash Replacement daher. Diese Räder sind auch tubeless fähig, können also auch ohne Schlauch gefahren werden.

Mit diesem Laufradsatz werde ich künftig perfekt im Training und kurzen Duathlon Rennen unterwegs sein.

Nebenbei sind die Räder nicht nur aerodynamisch, sondern in der Aluminium Version auch noch besonders unempfindlich und stabil, somit das ganze Jahr und bei allen Bedingungen fahrbar.

Ultraleichte Carbon Laufradsätze bietet Rolf Prima selbstverständlich auch an. Die werden demnächst auf meinem Triathlonrad zum Einsatz kommen.

Mehr zur Laufradtechnologie von Rolf Prima (seit 1997) gibt es hier.

Deutschlandvertrieb erfolt unter Rolf Prima Deutschland bzw. HPV-parts.de.