Raceweek Lanzarote

Es ist die Rennwoche vor dem Ironman Lanzarote und nach 16 Wochen Training wird es Zeit für ein kleines Resümee. 

Drei Wochen nach dem Ultra Trailrun in Australien konnte ich Ende Januar endlich das Training für den Ironman starten.

Eine wirklich strukturierte Vorbereitung hatte ich durch meinen Trainer Christian Manunzio, der mir in seiner Trainerrolle und speziell als Sportwissenschaftler eine menge Neues beigebracht hat und jederzeit für mich erreichbar ist. Nun betreibe ich Triathlon seit 15 Jahren und dass immer alles passieren kann, ist ja allgemein bekannt.

Diesmal kam es mitten in der Vorbereitung zu einem massives Knieproblem und das Rennen schien kurzzeitig gefährdet. Doch mit Wille, Geduld und Unterstützung wurde es besser.

Somit scheint das nun im Griff zu sein und ich musste lediglich den Schwerpunkt etwas mehr aufs Rad verlagern und mich einfach mental darauf einlassen. Auch das ist Triathlon, den Schwerpunkt bei Bedarf anpassen, Trainingsalternativen finden (und mögen sie noch so uncool scheinen) und dabei den Fokus immer beibehalten.

Wenn ich sonst nach Lanzarote kam um mir hier erst die Form aufzubauen, so bin ich nun bereits mit Form aus dem Flieger gestiegen, ist ja auch mal ein tolles Gefühl.

Als Zahlenliebhaber kommen jetzt noch einige Daten der letzten Wochen.

In 16 Wochen durfte ich 285 Stunden trainieren. Davon 143 Stunden auf dem Sattel mit etwa 4.000 km, 55 Stunden Laufen mit 709 km, 42 Stunden kacheln zählen mit 114 km, 3 Stunden Aquajoggen und 42 Stunden Athletik und Dehnen.

In der Vorbereitung hatte ich zwei Vorbereitungsrennen, einen Halbmarathon und einen Duathlon, jeweils mit AK Sieg, war einmal zum Training auf Lanzarote und habe in der gesamten Zeit 978 Stunden geschlafen und dem Körper dabei alle Möglichkeiten offeriert, sich wieder zu erholen.

Weitere unnütze Zahlen der letzten 16 Wochen sind: 33.243 Höhenmeter, Durchschnittliche Herzfrequenz im Training von 130 Schlägen und einen zusätzlichen Energieverbrauch in Höhe von 141.627 Kilokalorie (kcal).

Das entspricht etwa dem Energiegehalt von 53 Nutella Gläser oder 265 Tafeln Schokolade.

Da ich gerade dabei war und meine sauber geführte Excel Tabelle der letzten Jahre es einfach hergibt. In den letzten 15,5 Jahren durfte ich circa 6,1 Mio Kcal zusätzlich zu mir nehmen, um diesen Verbrauch zu decken. Damit ist bewiesen, warum bei diesem Sport so viel gegessen wird 😉.

Grafiken, Kurvenverläufe und sonstige Statistiken erspare ich Euch.

Wenn es am Samstag, auf Lanzarote mit einem Massenstart zum Schwimmauftakt mit weiteren 1660 Startern ins Meer geht, werde ich mit Start-Nr. 1177 optimal vorbereitet sein.

Aufgrund des starken und böigen Lanzarote Windes, ist hier das Bike Setup bewusst nicht ganz so aerodynamisch gewählt, schließlich ist Priorität mich auf dem Rad auch zu halten.

 

Lanzarote 2019 – es geht weiter

Jahr führ Jahr seit 10 Jahren verbringe ich mein wichtigstes Training auf Lanzarote, bisher waren es 156 Tage Trainingstage hier auf der Insel. Was liegt da näher, als im Mai beim Ironman Lanzarote am Start zu stehen.

Im Langdistanz Ranking der härtesten Triathlon Rennen steht Lanzarote noch vor Hawaii und Südafrika und da ich diese Rennen erleben durfte, glaub ich das auch. Mit 2.500 Höhenmetern und unkalkulierbarem Winden kenne ich die Strecke sehr gut und habe Respekt davor.

Diese Saison starte ich mit neuem Trainer, Christian Manunzio, von dem ich mir jede Menge neuen Input und frische Motivation erhoffe und bisher auch erhalten habe. Nun hat mein Körper zehn Tage Lanzarote Training und damit einen guten Meilenstein auf dem Weg bekommen, welches jetzt gut verarbeitet werden will. Besonderen Fokus haben wir auf die Grundlageneinheiten gelegt, also locker und lange im Sattel sitzen und besonders locker und sauber laufen. Auch das Thema Eiweiß habe ich nun mehr beachtet, das kam bisher immer sehr kurz und somit vielleicht auch die Regenerationsfähigkeit nicht optimal. Mein Körper und Kopf sind immer offen für neu Reize und Methoden, nur durch Versuch und Irrtum lässt sich Leistungssteigerung erzielen.

Ähnlich verhält es sich im Beruf, Stichwort „Fehlerkultur im Job“. Zu diesem Thema habe ich ein neues Seminar für Unternehmen entwickelt und bisher eine hohe Resonanz erfahren dürfen. Der Titel: „Spitzenleistung durch Techniken aus dem Profisport“ begleitet den Teilnehmer einen Tag lang mit Beispielen und praktischen Ansätzen aus dem Leistungssport durch sein berufliches Umfeld und deckt erstaunlich viele Parallelen zwischen Sport und Beruf auf.

Bis zum Rennen im Mai sind diesmal nur zwei Vorbereitungsrennen geplant, auf die ich mich besonders freue. Besonders herausragend sind meine Laufräder von Ralf Prima, eine der leichtesten Laufräder derzeit auf dem Markt. Filigran und doch sehr robust sind diese Räder ideal für Training und Wettkampf, in vielen Farben verschleißfest pulver beschichtet passt dieses Modell in rot optimal zu meinem Rad. An dieser Stelle ein großes Danke an Oliver Nekola, Deutschlandvertrieb für Ralf Prima und Betreiber von HPV parts, für das Vertrauen in mich und meine Leistung seit genau einem Jahr.

Lanzarote und besonders meine lieb gewonnenen Freunde dort sind immer eine Reise Wert.