Grundlagentraining auf Lanzarote

Nach 18 Tagen Lanzarote sind Radtraining und damit der Urlaub vorbei. Wie jedes Jahr war es wieder schön und auch das Training sehr intensiv. Mit 60 Stunden Training und der größte Anteil davon auf dem Rad ist die Grundlage für Süd Afrika gelegt. Leider hat mich in der letzten Woche und zwar genau über Silvester ein Magen/Darm Virus erwischt, so dass ich eine Woche flach lag, aber darauf hatte ich keinen Einfluss.

Hohe Trittfrequenz und kleine Leistung auf dem Rad gestalten sich hier durch die extremen Windverhältnisse (nicht selten mit Winden um 45km/h und Böen von 80km/h) etwas schwierig, aber die bizarre Lavalandschaft und der Ritt auf dem Vulkan machen diese Insel so einzigartig.

Das gesamte Radtraining habe ich nun mit dem seit zwei Monaten auf de Markt erhältlichen Leistungsmessgerät ‚Vector‘ von Garmin absolviert und es bestätigt mein Körpergefühl. Die in die Pedalen integrierten Piezo-Sensoren messen die aufgebrachte Kraft und übertragen diese per Funk an die Garmin Uhr, Echtzeitwerte auf dem Display und spätere Auswertung am PC funktionieren gut. Natürlich wusste ich vorher schon, dass eine gleichmäßige Leistung zu treten (zB. 200 Watt) es erfordern, Berg hoch einen sehr kleinen Gang mit hoher Frequenz und Bergab einen großen Gang zu treten. Jedoch zeigte das Gerät eindrucksvoll, dass es kaum möglich ist, auf einen steilen Bergabstück die gleiche Leistung aufs Pedal zu bekommen, wie zuvor Bergauf, selbst im größten Gang ist dies oftmals kaum möglich.

Noch mehr fallen mir natürlich jetzt andere Radfahrer auf, die Berg hoch anscheinend leistungstechnische Weltrekorde aufstellen, jedoch anschließend auf dem fallenden Stück Ihre Beine kaum mehr bewegen. Wie wichtig es gerade auf der Langdistanz mit 180 km Radstrecke ist, eine konstante Leistung trotz sich ständig ändernden äußeren Bedingungen zu erbringen und dabei kraftzehrende Leistungsspitzen zu vermeiden, habe ich bei meiner letzten Langdistanz in Barcelona erlebt.

Dort bin ich nach Pulswerten gefahren und musste mich die erste Stunde auf dem Rad stark zügeln, durch vorbeifahrende Konkurrenz nicht animiert zu werden, anfangs zu schnell zu fahren. Nur durch das strickte Befolgen meiner Herzfrequenzwerte konnte ich meine Energie recht gleichmäßig verbrauchen. Das Resultat war für mich eindeutig, ab km 130 habe ich diejenigen überholt, die mich zu Beginn haben stehen lassen und so war ein gleichmäßiger Schnitt von 36 km/h und damit der Wechsel nach 5 Stunden auf die Marathonstrecke möglich.

Da die Herzfrequenz allerdings stark abhängig von physischer Verfassung, Kaffee und weiteren Einflüssen ist und zudem auch sehr träge auf die erbrachte Leistung reagiert, war es nun an der Zeit, ein Watt-Messsystem zu testen. Da die Leistung eine physikalisch, rechnerische Größe und zusammen mit dem Puls aussagekräftiger ist, lassen sich damit die Radeinheiten auf einem einheitlichen Nenner vergleichen. Zusammen mit Herzfrequenz somit auch Rückschlüsse auf die Entwicklung ziehen. Ob mich das weiter bringt, werde ich dann sehen!?

Jedenfalls gehe ich in der diesjährigen Vorbereitung für Süd Afrika einen Schritt weiter und werde nach Leistungswerten trainieren. Leistungsmesser und Co. können mich vielleicht in der Leistungsabgabe unterstützen und sensibilisieren, jedoch ersetzen sie keinesfalls das Körpergefühl. Schließlich habe ich meine Ironman Bestzeiten bisher ohne Leistungs- und Pulsmesser erreicht.

Jetzt stehen ein paar Wochen intensive Lauf- und Schwimmeinheiten an, bevor es Ende Januar zum Teil 2 nach Lanzarote geht.

Für alle Trainings fleißigen hat diese Insel aber weitaus mehr zu bieten, was der Künstler Cesar Manrique in die vorhandene Vulkanlandschaft geschaffen und in die Natur integriert hat, lässt sich sehr gut auch zwischendurch genießen und erleben, mal abgesehen von einem entspannten Cafe Cortado am Hafen.

 

der Norden Lanzarote
der Norden Lanzarote
Permanent Wind bei Orzola
Permanent Wind bei Orzola
Mehrfacher Aufstieg zum Femes
Mehrfacher Aufstieg zum Femes

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