Quer durch Süd Afrika Teil 2

Von Stellenbosch aus ging es für uns weiter an die Westküste, nach Langebaan, ein Surferparadies mit breiten, riesigen Sandstränden mit einer wahnsinnig langen Lagune, an deren Rand wir untergekommen sind. Den Herbst hier in Südafrika ‎haben wir erstmals in Langebaan mit kräftigem Wind und einem Regentag zu spüren bekommen. Dennoch, für einen Tag liehen wir uns Fatbikes aus (Mountainbike mit sehr breiten Reifen) und fuhren  in tiefem Sand und durch Gelände ‎querfeldein durch den Nationalpark. Bis auf einen Platten mittem im Busch (natürlich ohne Flickzeug) lief alles reibungslos.
Abends war frischer Fisch angesagt. Eigentlich spielt es aber keine Rolle, was man in Südafrika isst, die Speisen sind von solch eine guten Qualität und durch den seit Jahren fallenden Rand für uns auf Rekordtief. Für ein Abendessen zB Steak oder Fisch mit Wein sind keine zehn Euro fällig, ein Cappuccino für einen Euro. Bleibt dem Rand und der Wirtschaft trotzdem zu wünschen, dass er nicht weiter fällt. 
Abschluss der Reise war wieder Kapstadt, große Freude, unsere bekannte Unterkunft wiederzusehen. Der gute Deutsche kehrt ja gerne zurück 🙂 wo Er sich wohl fühlt. Tun wir auch!‎
In Kapstadt’s Freibad, dem See point Pool, wie man sagt, dem schönsten Schwimmbad der Welt, nur durch eine Mauer vom Atlantik getrennt, konnte ich wieder an drei Tagen ordentlich schwimmen. Die Wassertemperatur mit 17 Grad so kalt, dass ich es maximal eine Stunde ausgehalten habe und danach mindestens die gleiche Zeit brauchte, wieder auf Körpertemperatur zu kommen, alles Nebensache, das Bad ist Weltklasse. An einem Tag bei Sturm, spülten die Wellen vom Meer bis weit über die Hälfte des Pools herüber und brachten jede Menge Seeigel mit, die plötzlich vor meiner Schwimmbrille auftauchten. 
 
Letzte Schwimmeinheit war am Rückreisetag drei Stunden vor ‎Abflug, perfekt geplant.
Am Sonntag hatten wir das Glück, im Rahmen der ITU Worldcup ‎Triathlon Serie in Kapstadt, die schnellsten Athleten der Welt auf der Sprint Distanz anzufeuern. Geschwommen wurde im Hafenbecken, zusammen mit Robben, die sich durch den Wettkampf nicht stören ließen und mitten auf der Strecke auftauchten.
Kapstadt, eine der schönsten und interessantesten Städte für uns. Ein Aufstieg zum Tablemountain und zum Lionshead durfte natürlich auch nicht fehlen. Letzteren sind wir bei Nebel und Nieselregen mit kaum Sicht hoch, teils mit Leiter und Stahlseilen (ungefahrlich aber spektakulär). Oben angekommen riss die Wolkendecke für kurze Zeit auf und bot uns eine grandiose Sicht auf die Stadt, das Meer und Robben Island (die Gefängnisinsel, auf der Nelson Mandela über ein Viertel Jahrhundert eingesperrt war).
Südafrika ein Land voller Schönheit und vielen Gegensätzen und immer noch ist die Apartheid deutlich zu spüren. 
Zu Hause angekommen geht’s dann direkt am selben Tag ins Vergleich MRT, in der Hoffnung auf grünes Licht durch den Doc, das Lauftraining wieder aufnehmen zu können und Klagenfurt Ironman weiter im Visier zu halten.

‎An Schwimmerfahrung in Seen, Flüssen, Pools und Meeren habe ich hier deutlich gewinnen können. 

Ich bin ziemlich froh, dass der Sport uns die Möglichkeit gibt, so viele Reisen zu machen und dadurch so unterschiedliche Menschen kennenzulernen und trotzdem immer wieder happy, nach Hause zu kommen.

Quer durch süd afrika – Teil 1

Süd Afrika, zum dritten Mal sind wir nun hier – jedoch hat mich nach dem harten und langen Wintertraining kurz vor dem Ironman in Port Elizabeth eine Verletzung am Fuss erwischt und den Start unmöglich gemacht. Das war schon ein sehr harter Schlag, denn ich war sehr gut vorbereitet und habe diesmal den Schwerpunkt deutlich auf schwimmen gelegt. Glücklicherweise ist Klagenfurt Ende Juni im Plan.

Natürlich sind wir trotzdem geflogen, diesmal also mit zwei statt vier Koffern, was den Aufwand schon deutlich reduziert hat. Von FFM über Johannesburg nach Port Elizabeth in unsere bekannte Unterkunft, trafen wir auch direkt auf Bekannte (die natürlich zum race hier waren). ‎
Wenigstens bin ich ein paar Mal auf der Wettkampfstrecke geschwommen. Die hohen Wellen mit dem Wind versprachen wieder harte Bedingungen für die Starter.‎
Einen Tag vor dem Rennen sind wir dann von dort Richtung Addo Elephant Park gefahren, zwar nicht mit dem Krüger national Park zu vergleichen, dennoch sehr schön und wir sind vielen Elefanten und Löwen  begegnet, die dort wild leben. Vor unserer Lodge führte ein Fluss vorbei und zufällig lag da ein Kajak, genau richtig, um eine kleine Tour zu machen kreuzende Flußschlangen inklusive. Natürlich bin ich dort auch geschwommen, nachdem ich nur Gegenströmung hatte und mir auch ständig die fliegenden Fische gegen die Brust geschwommen sind, habe ich aufgegeben.
Danach ging es weiter, natürlich nach Plettenberg Bay. Eine Wanderung auf Robberg Island ist Pflicht und jeden Tag im Meer schwimmen sowieso.  Das wirklich gute an Triathlon ist, irgendwas kann man immer machen. Also gab ich meinem Verlangen nach und bin in jedem See, Fluss und Meer geschwommen, der mir vor die Schwimmbrille kam – teilweise mit flauem Gefühl, einem Krokodil oder Hippo zu begegnen. ‎
Nach vier Tagen in Plett ging es weiter nach Oudtshoorn, Süd Afrikas Straußengebiet, Strauße anschauen ist fast so schön, wie sie zu essen 🙂 Wir kletterten durch die Cango caves durch Tunnel, in die wir nur rein-schlängelnd durch passten – über 2 km durch Millionen Jahre alte Gesteins- und Kristallformationen. Wachstum der Stalaktiten / Stalagmiten etwa 1mm pro 100 Jahre! Wir sehen sogar Granatapfelbäume in freier Natur und eine große Schlange am Wegesrand (erst nach ein paar Fotos stellten wir Ihren Tod und Ihre unnormale kurze Länge fest vermutlich war das ein Menü eines größeren Tieres).
Weiter führte die Reise nach Stellenbosch, einer der schönsten Gebiete in Süd Afrika, hier besuchten wir Freunde aus Bonn, die seit letztem Jahr hier leben. In der Sport Hochburg Stellenbosch angekommen ging es direkt erstmal in das 50m Freibecken der Sportuni für ne laaange Schwimmeinheit, etwas ungewohnt ist der Linksverkehr beim schwimmen auf der Schwimmbahn. Nebenan fand zufällig gerade die South African national athletic championship statt.‎ Leider schlägt sich Gisa schon seit Tagen mit einer Erkältung herum, so dass sie den geplanten Trailrun hier in Jonkershoek ausfallen lassen musste. ‎
Gestern Abend haben wir spontan an einer afrikanischen Kirchenveranstaltung mit Gesang teilgenommen – viele junge Leute und alles sehr lebendig und fröhlich.‎ Überhaupt stellen wir mal wieder fest, wie herzlich und nett die Leute hier sind, kein Vergleich zu uns, leider. Aber auch die Schere zwischen township Armut und Reichtum scheint unendlich gross zu sein.
Im Gegenteil dazu die Technik. Egal in welche Länder wir in den letzten Jahren reisten, überall stellten wir fest, welchen Vorsprung die Technik uns gegenüber hat. Sei es Zahlung mit Kreditkarte oder QR Code, Eintritt über Fingerprint Sensor (statt Transponderchip), free WiFi innerhalb einer Stadt, usw.
Hier bleiben wir noch einen Tag, bevor es dann weiter an die Westküste geht. 
Süd afrika 2016 - Route
Süd afrika 2016 – Route

 

Süd Afrika Ironman 2016 – Teilnahme kurzfristig gestrichen

IMG_20160406_180517Fünf Monate Vorbereitung mit rund 400 Stunden Training sind geleistet …  und zwei Wochen vor dem Ziel verhindert ein Knochenmark‎ödem am linken Wadenbein den abschließenden Laufpart beim geplanten Rennen in Port Elizabeth.

Das ist richtig Mist und haut mich erstmal um, aber mein Körper ist nunmal auch mein bester Kumpel und nur ich bin für Ihn verantwortlich. Also kann die einzige richtige Entscheidung nur „Pause und Nichtstarten“ lauten. Hinfliegen tun wir trotzdem heute, denn wir haben ja wieder eine Tour von Port Elizabeth nach Kapstadt vor.

Die zweite Chance liegt nun beim bereits vorher geplanten Ironman Klagenfurt in Österreich, der Ende Juni stattfindet. Sofern ich Anfang Mai wieder mit dem Training beginnen kann und die Pause mich nicht zu sehr zurück werfen wird, bin ich dabei.

Das ist der erste Wettkampf, den ich in den letzten 15 Jahren ‎verletzungsbedingt absagen muss –  Et es wie et es!

Auch das ist Sport, Grenzen erfahren und damit umgehen – und wenn’s gut läuft, gestärkt weiter machen.

Das Jahresziel bleibt weiter bestehen, jedoch ist der Weg nun ein anderer.