Unberührte Natur in Tasmanien

Nach genau 40 Stunden Reisezeit haben wir unsere erste Unterkunft in Hobart in Tasmanien erreicht, Luftlinie sind es genau 16.915 Kilometer entfernt von Bonn. Zwei Mal 11 Stunden Flug über Shanghai und dann noch ein kurzer Flug sind dann schon eine halbe Weltreise.

Die sechs Stunden Stopover in Shanghai haben wir prima genutzt, um mit dem Maglev (Transrapid, Deutsche Ingenieurskunst die bei uns leider nicht, in China jedoch sehr wohl funktioniert) zeitweise mit Tempo 430km/h vom Flughafen in die City zu fahren, um die Skyline von Pudong zu bewundern und anschließend in einem foodcourt zu essen – lohnt sich.

Die ersten Tage war akklimatisieren mit einer Unterkunft privat über Airbnb und ein paar Trail Run Einheiten hoch zum Mount Wellington (1.250m) angesagt. Stefan unser Airbnb host kam ursprünglich als Antarktis Forscher nach Tasmanien und hat sich nun hier niedergelassen. Er lebt fast Müll frei und baut vieles selbst an. Wir wurden sogar bekocht und zum Abschied backte Er uns noch eine Linzer Torte.

Tasmanien zeichnet sich vor allem durch sein wechselhaftes Klima und die unglaublich saubere Luft aus. An einem Tag hatten wir 14 am nächsten plötzlich 33 Grad, gefolgt von Nass und kalt und im nächsten Moment Sonne und Strandwetter.

In Tasmanien sowie auch die Teile von Australien die wir letztes Mal bereist haben, fanden wir an quasi jeder Ecke und Stränden öffentliche Einrichtungen wie BBQ Grill, Toiletten, Duschen und Trinkwasserstationen. Im Gegensatz zu D sind diese Einrichtungen richtig gut gepflegt, sauber und mit Verstand gebaut. So wünschte ich mir das auch für uns. Hat sicher auch damit zu tun, dass jeder Nutzer sorgsam damit umgeht.

Zwei Tage zelteten wir direkt mit etwa zehn Meter Abstand zum Meer. Wild Zelten ist überall erlaubt, wo es nicht explizit verboten ist. Und mit der Brandung vom Meer einzuschlafen ist einfach unbezahlbar. Unsere chinesischen Freunde (eigentlich Deutsche, die aber schon seit sieben Jahren in Beijing leben), die wir meistens auf Lanzarote treffen und auch schon zweimal in China besuchten, trafen wir auch noch und wanderten gemeinsam durch den Freycinet Park im Osten. Danach zog es uns in den wilden Westen, der durch Dschungel und rauher Natur das komplette Gegenteil vom Osten ist. Mit gepacktem Rucksack, dem neuen unglaublich leichtem Lightweight Zelt von (Hilleberg 1,1 kg und Mega zu empfehlen) ging es zwei Tage durch den Nationalpark. Das Zelt stand nach fünf Minuten und außer Tieren, Natur und uns war hier nichts. Mit Tiergeräuschen einschlafen und aufwachen ist gigantisch, frühes Aufwachen durch Tierstimmen inklusive.

Für mein bevorstehendes trail Rennen (Bogong2Hotham) mit 64 km und jeder Menge Höhenmetern in den Bergen von Melbourne benötige ich gemäß Veranstalter noch das extra feste Schlangenbiss tape. In Deutschland nicht zu kriegen, bekam ich hier in Tasmanien „made in Germany“ ?!? … die Welt ist ein Dorf und nicht immer logisch.

Fazit zu Tasmanien, natürliche Landschaft, wilder Dschungel, saubere Luft und sehr wechselhaftes Wetter – unbedingt eine Reise Wert, vor allem mit dem Zelt und irgendwie für uns am Ende der Welt und auch nur 2.500km entfernt von der Antarktis (nächstes Mal😉).