Zweite Heimat Südafrika und einige Rennen

Es ist unbestritten unsere zweite Heimat geworden. Diesmal sind wir gut ein halbes Jahr in unserem zu Hause am indischen Ozean. Einige Arbeiten an der Immobilie stehen immer an, schließlich ist das Meer in Sichtweite und die salzige Luft sorgt für etwas mehr Pflegeaufwand.

Vor lauter Erlebnissen komme ich selten dazu, hier einen weiteren Bericht zu schreiben – sorry for that. Aber mittlerweile mache ich auch kaum noch Fotos, nur ganz wenige. Die schönsten Momente möchte ich ohne Smartphone in der Hand erleben, denn die „mental“ Pictures bleiben dann eher im Kopf und ich kann mir diese jederzeit abrufen ohne in der Galerie danach suchen zu müssen. Trotzdem möchte ich einige schöne Fotos mit Euch teilen und etwas Sonne in die Heimat senden.

Es ist viel passiert in Südafrika, sportlich und auch im normalen Leben. Im November gleich nach Ankunft bin ich den Knysna Waterfront Halbmarathon gerannt und mit Gesamtplatz 7 und AK Sieg gut durchgekommen. Ein Auto wird hier auch grad gekauft, hier lohnt es sich ein Allrad Fahrzeug eher, als in Deutschland. Da Botswana, Namibia und Lesotho nicht weit weg sind und es so herrlich abgelegene Orte gibt, macht es mit einem geländefähigem Fahrzeug mehr Spaß.

Leider benötigen wir dazu ein Traffic register number und der Antrag dauert. Mal schauen was zuerst kommt, denn auch ein permanent Visa mit südafrikanischem Ausweis ist beantragt, um bei Bedarf vielleicht später mal dauerhaft hier zu leben und alle weiteren Vorteile zu haben (das wird sicherlich noch etwas länger dauern und der ganze Prozess inkl. aller erforderlichen Unterlagen war nicht einfach und auch nicht günstig). Ein zu Hause in mehreren Teilen der Erde zu haben, fühlt sich gut an, denn auf der Südhalbkugel scheint die Sonne auch im deutschen Winter und kriegerische Aktivitäten sind deutlich geringer, als auf der Nordhalbkugel, auf der sich leider auch deutlich mehr Atomblabla findet, als auf der Südhemisphäre. Dazu kommt, dass diese Kultur hier lebenswert ist und die Menschen eine große Herzlichkeit aussenden, was mir sehr gut gefällt.

Natürlich haben wir wieder standesgemäß unsere Gravelradtour „Südafrika“ über Weihnachten gemacht, zum viertem Mal und diesmal sieben Tage durch das Westkap mit Rund 650 km und 7.600 Hm. Höhepunkt war der letzte Tag mit 185 km zurück nach Stellenbosch. Etwa 50% davon waren staubige Gravel roads mit Wahnsinns Bergpanorama. Mit wenig Gepäck in einem saddlebag haben wir zwischendurch in Guestshouses übernachtet. Ich würde sagen, jetzt haben wir den Großteil des Westcapes erkundet und 2026 wird dann das Eastcape mit seinen Drakensberge und vielleicht auch Lesotho geradelt. Diese endlosen Weiten und die diverse Natur hier ist wirklich spektakulär, dazu die Artenvielfalt erstaunen mich immer wieder auch nach nun 16 Jahren Südafrika Erfahrung.

Das neue Jahr sozusagen im Sattel verbracht und wieder einen Teil des Landes erkundet, können wir behaupten, dass wir einen Großteil der traumhaften südafrikanischen Pässe teils mehrfach gefahren sind. So hat das Jahr schon mächtig sportlich begonnen. Eine kurze knackige Marathonvorbereitung mit meinem Kumpel Kevin haben wir Mitte Januar gestartet, die meisten Trainingseinheiten morgens um 5 Uhr gestartet, Tempointervalle in den Sonnenaufgang gehören hier dazu. Die Südafrikaner sind ein sehr sportliches Volk und starten ähnlich wie die Australier sehr gerne früh morgens. Hier fällt es mir tatsächlich sehr leicht, in Bonn nicht immer.

Mitte Februar stand dann der Knysna Heads Halbmarathon an, Gesamtplatz 10 und AK Sieg mit 1:23 war genau im Plan und vor zwei Tagen (zwei Wochen später) bin ich erstmalig den Cango Cave Marathon in Oudthoorn mitgerannt, was vor allem durch seine Höhlen und Straußfarmen bekannt ist, verbunden mit der Hitze, da es Inland ist. Der Marathon hatte es in sich, denn vom Start weg führt die Strecke erstmal hoch, um sich danach sehr wellig runter zu schlängeln.

Genau das war der Knackpunkt, denn die Abwärtspassagen hauten so richtig in meine Oberschenkel und mein Plan um 2:50 Stunden zu rennen, hatte sich ab Kilometer 26 dann erledigt. Bis dahin war ich gut auf Kurs, bis meine Oberschenkel schön gleichmäßig beidseitig dicht gemacht haben und ich die letzten 16 Kilometer leider auf Notprogramm laufen durfte.

Das Ziel dann nach 3:00:06 Stunden erreicht (immerhin noch AK 4., war ich dennoch damit zufrieden. Dass es nicht sub 3 war, ist mir vollkommen egal, die letzten 21 Jahre bin ich immer unter 3 Stunden gerannt. Zudem war auch noch Gisas’s Geburtstag und sie hat sich selbst mit einem Halbmarathon beschenkt, dazu mit einem frühen Aufstehen um 2:30 Uhr. What else do you need!?

Am Abend gab es dann standesgemäß Straußenfleisch, schließlich ist Oudtshoorn weltweit bekannt als die „Straußenhauptstadt“.

So war der Wochenendausflug von Plettenberg Bay ins 2,5 Stunden entfernte Oudtshoorn richtig schön. Unglaublich, wie abwechslungsreiche Natur hier existiert. Ich könnte glatt direkt wieder zurück fahren, nun aber mit dem Gravelbike. Vielleicht mache ich das die nächsten Woche, ein paar schöne Gravelpässe habe ich mir schon herausgesucht.

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